„Die Ode an die Freiheit” Hört auf zu arbeiten – Förster – Kreuz, 2013

„Hört auf zu arbeiten – Eine Anstiftung, das zu tun, was wirklich zählt”, München, 2013 ist ein Bestellsteller und wurde kurz nach seinem Erscheinen vom manager magazin entsprechend gelistet. Nachfolgend möchte ich das Buch kommentieren und einige wertvolle Zitate wiedergeben.

Das Buch –wie in vielen Fällen- lässt sich auf weniger Seiten: 10 bis 20 würden hier genügen, um die 3 Ideen zu transportieren: Selbstbestimmung, innere Haltung, Leidenschaft.

Der nützliche und informative Teil des Buches beginnt erst ab Seite 137. Bis dahin ist der Kenntnisgewinn recht gering. Warum? Es wird nur das wiederholt, was Covey und White vor ca. 30 Jahren in Bestsellern zum Besten gegeben haben. Auch Ideen von Reinhold Sprenger zum Thema „Nein-Sagen“ werden hier wiederholt.

Was Covey mit Quadrant II meinte, nennen die Autoren “bedeutende” Aufgaben. Gemeint sind kreative Aufgaben, die die Entwicklung der eigenen Kompetenzen fördern. Auch White hat das Thema bereits angesprochen: „If you want to Work Less, Make More, you must stop focusing on getting more stuff done. You instead must focus on results that matter“. Auch das Thema Leidenschaft: „passion + mastery = wealth in every area of your life“ ist bereits da gewesen. Auch das Thema Pro-Aktivität findet man es bei Covey.

Im Buch wird zwischen „miese“ und „guter“ Arbeit unterschieden. Hilfreicher wäre hier von der Sinnhaftigkeit der Arbeit zu sprechen. Darüber hinaus wird in diesem ersten Teil des Buches  vergessen, dass, dank Taylor und seiner Aufteilung der Prozesse in kleine, leicht beherrschbare Aufgaben, der Weg für unsere heutigen Firmenorganisationen eröffnet wurde. Dieses Konzept beschert in unserem Land (und der ganzen Welt) Millionen von Menschen Wohlstand, den sie als Selbständige nicht hätten. Dass das Taylor Konzept jedoch der Überarbeitung bedarf, ist allenthalben bekannt.

Ab Seite 137 erlebt dann der Leser die Quintessenz des Buches und die wahre Größe der Autoren, wenn es darum geht, einen positiven Arbeitsansatz zu definieren: „Die Fähigkeit, das Wort „Nein“ auszusprechen, ist der erste Schritt zur Freiheit“.

In diesem zweiten Teil werden der Sinn und die Notwendigkeit der Selbstbestimmung erklärt. Und so könnte das Buch: „Einleitung zur Selbstbestimmung“ heißen. Der Titel würde jedoch nicht zum Ruf der Autoren als Querdenker. Der gewählte Titel ist provokant und disruptiv. Passend zum Querdenker.

„Die Arbeit ist zu wichtig…, als dass wir zu viel Fremdbestimmung dulden sollten!“

Erst jetzt wird verständlich, was die Autoren im ersten Teil des Buches bei der „guten“ Arbeit meinten: „Selbstbestimmte“ Arbeit. Diese schließt nicht ein „Nein“ aus: „Die Fähigkeit, das Wort „Nein“ auszusprechen, ist der erste Schritt zur Freiheit“.

Damit greifen die Autoren das wichtige Thema des Nein-Sagens von Reinhard Sprenger auf. Die Kunst des Nein-Sagens ist –nach meiner Erfahrung als Trainer- bei heutigen Führungskräften ein allgegenwärtiges Thema.

„…wir alle brauchen in unserem Leben eine innere Haltung, eine ganz persönliche und starke innere Haltung. Das ist das Fundament eines erfüllten Lebens. Diese Haltung drückt aus, was uns persönlich wichtig ist. Aus dieser Haltung werden Ziele für unser Leben gebildet“.

Covey nannte die innere Haltung „Charakter-Ethik“.

„Selbstbestimmung ist nicht gleichbedeutend mit Unabhängigkeit. Es ist vielmehr eine freiwillige Zustimmung zu bestimmten Abhängigkeiten“.

Das Thema Nein-Sagen, Selbstbestimmung und Unabhängigkeit wird schlüssig erklärt. „Gute“ Arbeit ist letztlich „freie“ Arbeit aus einer inneren Haltung heraus. Voraussetzung hierfür sind starke personale Kompetenzen wie Souveränität.

Im Buch erkennt der Leser keinen roten Faden. Es werden Themen hintereinander angesprochen, die nicht aufeinander aufbauen. Das Buch widerspricht sich sogar teilweise, indem der Weg von Frank Gehry als sinnstiftend präsentiert wird und dann bei Dieter „mach Dein Ding“ nicht sein sollte.

Gemäß der Denke der Autoren werden Kreativität und Leidenschaft als notwendige Zutaten für eine gute Arbeit erwähnt. Wir hätten uns hier gewünscht, dass diese stärker herausgearbeitet worden wären.

Geben Sie uns Ihre Meinung dazu!

Literatur

Steffen Covey “The Seven Habits of Highly Effective People“, New York, 1989

Jennifer White „Work Less, Make More“, Wiley, 1999

Reinhard Sprenger „die Entscheidung liegt bei Dir“, Campus, 2010

Links

Steffen Covey http://blog.thinksimple.de/allgemein/covey-zeitmanagement-4-0/

Jennifer White http://blog.thinksimple.de/allgemein/make-more-work-less-jennifer-white-1999/

Karl de Molina  http://blog.thinksimple.de/allgemein/die-kunst-auch-mal-nein-zu-sagen-focus-412012-beate-strobel-s-86-97/

 

Tags: Sinnhaftigkeit der Arbeit, Proaktivität, Covey, Sprenger

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