„Arbeit? War gestern!“ mm, 3/2014, Gisela Maria Freisinger & Christoph Neßhöver

Die manager magazin Redakteure Freisinger und Neßhöver eröffneten mit dem Titel „Arbeit? War gestern!“ eine Einleitung zu einem durchaus lesenswerten Artikel über die Art und Weise, wie erfolgreiche deutsche Unternehmer und Top-Manager ihre Work-Life-Balance bewerkstelligen.

Hinter dem Artikel verbirgt sich die These: „Work-Life-Balance ist möglich! Auch für erfolgreiche Top-Manager“.

Zeitgleich erschien ein Artikel in der FAZ zu einem ähnlichen Thema „Der Letzte lässt das Licht an“ (Julia Löhr, FAZ Nr. 51, 1.03.2014, Seite 20). Darin wird ein Report zitiert, wonach 44,2 Stunden arbeiten vollzeitbeschäftigte Männer im Durchschnitt (vgl. Arbeitszeitreport des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung).

„Zwar liegt Deutschland in internationalen Arbeitszeit-Vergleichen stets unterhalb des Durchschnitts, dennoch hat sich im Land eine Stimmung breitgemacht, dass die Arbeit zu viel und die Familie zu wenig Raum im Leben einnimmt“, so Frau Löhr in ihrem FAZ Artikel.

Vor diesem Hintergrund unternehmen die mm Redakteure den Versuch zu beweisen, dass es doch geht: Beruf und Familie in Einklang zu bringen.

Dafür wurden zahlreiche prominente Unternehmer bzw. Top-Manager interviewt und nach ihrem Erfolgsrezept gefragt. Dieses klingt so: „Leben wie im 19. Jahrhundert“, „Mit der Flinte ins Revier“, „Tiefentspannt im Unimog durch den eigenen Weinberg“, „Wenn si von allem genug hat, kraxelt sie die Berge hoch“ usw.

All die Interviewten haben etwas gemeinsam, sie verfügen über einen hohen TS-Index® von über 70%(*). Das heißt, sie verfügen über ausgeprägte Arbeitskompetenzen, die ihnen ermöglichen, die Arbeit in der regulären Arbeitszeit mit Leichtigkeit zu erledigen und sich anschließend dem Privatleben zu widmen.

Damit reden Frau Löhr in der FAZ und Frau Freisinger im mm Artikel über sehr unterschiedliche Menschen. Während Frau Löhr vom durchschnittlichen Arbeitsnehmer mit einem TS-Index® von ca. 45% spricht, sind die Damen und Herren bei Frau Freisinger 25% darüber, d.h. eine andere Welt!

Mit den Worten „Arbeit ist für mich wie Urlaub“ zitierte die Zeitschrift econo (6. Jahrgang, Nr. 13006) eine Unternehmerin. Wie ist das möglich? Steht diese Meinung nicht im krassen Widerspruch zur landläufigen Meinung unter Arbeiternehmern? Wie kann aber sein, dass eine Unternehmerin solch eine These vertritt? Selbstbestimmung heißt das Lösung. Was Arbeitnehmer belastet ist zumeist die Fremdbestimmung gepaart mit der Zeitknappheit. Urlaubzeit ist selbstbestimmt. Und die Arbeit eines Unternehmers ist zumeist selbstbestimmt, daher „Urlaub“, so die Unternehmerin.

Wie lässt sich die „Work-Life-Balance“ bewerkstelligen? Auf einen Nenner gebracht: Selbst-bestimmung und ein hohes Maß an Arbeitskompetenzen. Dies zeigen die Ergebnisse von eigenen und fremden Studien.

Ist dann Work-Life-Balance nur bei Unternehmern und Top-Managern möglich? Auch Arbeitnehmer können diese Balance erreichen. Der Weg dahin ist der gleiche: Selbstbestimmung und ein hohes Maß an Arbeitskompetenzen.

Geben Sie uns Ihre Meinung dazu!

(*) Dies ist der Durchschnittswert von Top-Managern laut eigenen Studien.

Tags: Burnout, Arbeitszeit, Work-Life-Balance

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